<1360662">Energia, grandi gruppi Die Welt 05-07-03
Nonostante le riserve per oltre 40 anni e la scoperta di altri giacimenti, si prevede che sarà difficile stare al passo con la crescita della domanda mondiale; le riserve attuali di 1,5 milioni b/g sono ristrette rispetto alla crescita dell’economia cinese.Die Welt 05-07-03
<109188768">Warum die Ölunternehmen ökologisch werden
Shell baut das weltgrößte Solarkraftwerk. Der Konzern kämpft um die Marktführung bei erneuerbaren Energien
von Nikos Späth
Kunden des Öl- und Tankstellenkonzerns British Petroleum (Marken: BP, Aral, Castrol) staunten nicht schlecht, als sie die Zeitungen aufschlugen. Dort warb der Konzern direkt neben dem grünen BP-Logo mit dem Slogan "Beyond Petroleum" (Jenseits des Erdöls). Hatte Europas größter Konzern etwa seinen Namen geändert?
Soweit ist der englische Energiemulti freilich nicht gegangen. Aber er versucht in der öffentlichen Wirkung alles, um vom Image des umweltfeindlichen und teures Benzin verkaufenden Ölriesen wegzukommen. Der Name British Petrol ist seit fünf Jahren getilgt. Und die Formel BP wird schon mal für richtungweisende Wortspiele benutzt.
Damit steht BP nicht allein. "Wir sind kein Öl-, sondern ein Energiekonzern", sagt ein Shell-Sprecher. Eine ähnliche Auskunft erteilt die französische Total. Sie sei "ein Dienstleistungsunternehmen im Bereich Mobilität", heißt es dort.
Hintergrund dieser Aussagen ist zweierlei: Zum einen wollen die Ölkonzerne – solange sie den Großteil ihrer Gewinne mit Öl erwirtschaften, scheint diese Bezeichnung weiterhin berechtigt – ihr Ansehen verbessern. Nach der verheerenden Ölpest durch den Tanker "Exxon Valdez" 1989 vor Alaska und der Fast-Versenkung von Shells Ölplattform "Brent Spar" in der Nordsee war und ist dies gehörig angekratzt. Zum anderen möchten die Unternehmen kommunizieren, daß sie im Bereich der erneuerbaren Energien inzwischen tatsächlich eine bedeutende Rolle spielen.
BP ist bereits seit 31 Jahren in der Entwicklung von Solartechnik aktiv und sogar Marktführer in Europa. "In den vergangenen fünf Jahren haben wir 500 Millionen Dollar investiert", sagt Peter Davies, der Chefvolkswirt des Unternehmens. Im September eröffnete die Tochter BP Solar bei Merseburg in Sachsen-Anhalt ihr bislang größtes Sonnenkraftwerk: 25 000 Solarmodule sollen bis zu 5,4 Megawatt leisten.
Shell steht nicht nach. Nach Inbetriebnahme einer Fünf-Megawatt-Anlage in Espenhain bei Leipzig kündigte der britisch-niederländische Konzern kürzlich ein weiteres Projekt an. Im August beginnt der Bau des weltweit größten Solarkraftwerks in Bayern. Die 40 Millionen teure Anlage wird aus etwa 62 500 Modulen bestehen und Strom für fast 3300 Haushalte einspeisen. Insgesamt will Shell in diesem Jahr bereits 100 Megawatt mit Solarenergie erzeugen.
Neben Solartechnik investieren die Ölmultis in Wasserstoffbetrieb, Biodiesel und Windenergie. So plant Shell zusammen mit E.on vor der Küste von Kent und Essex den größten Windpark der Welt mit einer Leistung von fast 1000 Megawatt. Er soll 2010 in Betrieb gehen. Vorher will Total zehn Kilometer vor dem belgischen Zeebrügge eine 100-Megawatt-Anlage bauen, die 150 000 Einwohner mit Strom versorgen soll. Ein weiteres Projekt der Franzosen ist im nordspanischen Santona geplant. Dort will der Ölkonzern mit Partnern ein Strömungs- und Wellenenergiekraftwerk im Meer errichten.
Viele Anstrengungen für bislang wenig Ertrag sind das. Shells in 75 Ländern aktive Solarsparte ist nach 25 Jahren gerade erst in die schwarzen Zahlen gerutscht. Auch BP hat sie nach eigenen Angaben erstmals im vergangenen Jahr erreicht. Solange die Konzerne bei einem Ölpreis von fast 60 Dollar pro Barrel im Geld schwimmen, stellt sich die Frage, warum sie den Aufwand überhaupt betreiben.
"Aufgrund der üppigen Ertragsseite fällt es den Konzernen derzeit leicht, in die kleine aufstrebende Industrie zu investieren und die Entwicklungen dort mitzukontrollieren", sagt Thomas Deser, Fondsmanager und Energieexperte bei Union Investment. "Neben einer gehörigen Portion Imagepflege haben die Energiekonzerne erkannt, daß sie eine langfristige Unternehmensentwicklung außerhalb der fossilen Bereiche betreiben müssen", ergänzt Johannes Lackmann, Präsident des Bundesverbandes Erneuerbare Energie (BEE).
Tatsächlich geht man in den meisten Konzernzentralen davon aus, daß das Ölzeitalter endlich ist. Zwar sind Reserven für mehr als 40 Jahre gesichert und weitere Vorräte entdeckt. <
strong>Doch wird die Förderung von Öl mit der weiter steigenden Nachfrage nur schwer nachkommen können. Bereits heute sind die täglichen Reserven von einer bis 1,5 Millionen Barrel pro Tag schmal, weil Chinas Wirtschaft so stark wächst. "Eine kurzfristige Erhöhung der Ölförderung ist nicht möglich", sagt BP-Chefvolkswirt Davies.
Noch nicht erschlossene Vorräte wie in Libyen oder im Irak liegen in politisch heiklen Gebieten. Andere sind tief im Meeresboden verborgen. Schon jetzt treiben Ölplattformen Bohrer 4000 Meter weit ins unter Wasser liegende Erdreich. "Tendenziell wird die Ölförderung teurer", sagt Deser. Auch das reichliche Öl, das in Sand und Schiefer gebunden ist, läßt sich nur sehr kostspielig erschließen. "2030 wird wohl der Höhepunkt der Ölproduktion überschritten werden", erwartet BEE-Präsident Lackmann.
Bis erneuerbare Energien die Lücke füllen können, wird freilich viel Zeit vergehen. In Deutschland etwa liegt ihr Anteil erst bei fünf Prozent am gesamten Endenergieverbrauch. Ziel der Bundesregierung ist es, 2010 auf mindestens 12,5 Prozent zu kommen. 2020 soll der Anteil bei 20 Prozent liegen. Auch die Ölkonzerne denken langfristig. So schätzt Shell, daß erneuerbare Energien 2050 ein Drittel des dann zwei- bis dreimal so hohen Energieaufkommens von heute ausmachen werden. Erdgas wird bis dahin als Brückenenergie fungieren.
Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz macht der Staat besonders die Solartechnik schmackhaft . Das Gesetz garantiert einen Abnehmerpreis von bis zu 62,4 Cent pro Kilowattstunde, rund das Zehnfache des Bezugspreises aus dem Netz der Stadtwerke. Hinzu kommt ein Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien, für das das Umweltministerium im vergangenen Jahr 193 Millionen Euro bereitstellte.
"Langfristig muß sich unser Engagement knallhart rechnen", heißt es bei Shell – auch ohne Subventionen. Der technische Fortschritt wird dabei helfen. So kann Solarenergie bald schon aus hauchdünnen Folien gewonnen werden, die in der Herstellung weitaus günstiger sind als derzeit eingesetzte Solarzellen. Auch arbeiten Forscher mit aller Kraft daran, den Energieverlust zu begrenzen. Bis auf fünf bis sieben Cent pro Kilowattstunde soll der Erzeugungspreis sinken. Die Zukunft, so scheint es, ist nicht schwarz wie Öl, sondern sonnig.
Artikel erschienen am 3. Juli 2005 © WAMS.de 1995 – 2005